Knapp ein Jahr ist es her,
seit ich mit meinem Blog angefangen habe.
Und seit einem halben Jahr
ist es still geworden.
Vielleicht hast du dich gefragt,
warum nichts mehr von mir zu lesen war.
Es begann schleichend,
Anfang Jahr.
Die Erschöpfung
legte sich über mich wie eine schwere Decke.
Bis sie mich in die Knie zwang,
mit dem Gefühl,
dass alles zu viel ist.
So intensiv,
dass Aufzustehen manchmal schon zu viel war.
Und dann die Gewissheit:
Mein Körper zog alle Energie
nach innen.
Dorthin, wo etwas Neues erwachte:
Ein kleiner Herzschlag.
Während die Wochen vorbeizogen
wuchs mein Bauch.
Und mit ihm die Erkenntnis,
dass ich Mutter werde.
Plötzlich stellte sich diese Veränderung
in mein Leben.
Es nahm immer mehr Raum ein
und schob meinen beruflichen Neuanfang
an den Rand meines Blickfeldes.
Vielleicht kennst du das auch:
Du möchtest etwas unbedingt
und setzt alle Hebel in Bewegung.
Doch irgendwie klemmt es.
Immer wieder
steckt irgendwo ein Stein im Getriebe
der den ganzen Ablauf behindert.
Genau so fühlte sich meine berufliche Neuorientierung an.
Ich war mittendrin,
als die Maschine zum Stillstand kam.
Was tust du in einer solchen Situation?
Bemühst du dich weiter? Oder lässt du los?
Jeder Mensch wird darauf
eine eigene Antwort finden.
Mein Körper, meine Motivation, meine Ideen –
sie gingen in den Streik.
Und genau das war mein Warnlämpchen.
Es flüsterte:
Schau hin.
Frag dich, was jetzt wirklich wichtig ist.
Schwermütig, aber auch mit Erleichterung
wächst über die Monate die Erkenntnis:
Der Aufbau einer zweiten Selbständigkeit
rückt vorerst auf die Warteliste.
Nicht weil ich aufgebe,
sondern weil ich loslasse.
Die Vorstellung,
dass alles genau jetzt geschehen muss.
Ein halbes Jahr habe ich gebraucht,
um dafür Worte zu finden.
Um das Gefühl, versagt zu haben,
von allen Seiten zu betrachten.
Und festzustellen,
dass ich nicht gescheitert war.
Ich hatte nur meine Prioritäten neu gesetzt.
Heute weiss ich:
Es braucht manchmal mehr Mut,
einen Traum zu verschieben,
als ihn um jeden Preis festzuhalten.

