Kapitel 06: Hallo Problem, wir müssen reden

Was passiert, wenn ein Problem eine Stimme bekommt.

Wo sitzt dein Problem?
Meines sitzt gerade vor mir.
Schleimig und hässlich,
versperrt es mir den Weg
in Richtung Selbständigkeit.

Kennst du das?
Du versuchst, dein Problem auf die Seite zu schieben,
doch es bewegt sich keinen Millimeter.
Du ignorierst es,
und es wird immer präsenter.
So sehr ich mich bemühe,
manchmal wird ein Problem so gross,
dass es nicht mehr auszuhalten ist.

Heute ist mein Geduldsfaden gerissen.
Genug ist genug. Es ist an der Zeit,
mit meinem Problem zu reden.
Wortwörtlich.

Ich will mein Problem verstehen:
Warum macht es sich in meinem Leben gemütlich?
Wie lade ich es wieder aus?

Also mache ich, was mir schon oft Klarheit brachte:
Ich setze mich an den Laptop und beginne zu schreiben.
Ich tippe Anführungszeichen,
spreche mein Problem direkt an
und lasse die Worte einfach fliessen.
Ohne zu werten, ohne zu überlegen –
ich schreibe, was kommt.
Wort für Wort wird sichtbar,
was in mir verborgen war.
So entsteht ein stiller Dialog
zwischen mir und meinem Problem.

Was passiert, wenn man einem Problem wirklich zuhört,
statt es loswerden zu wollen?

Ich spüre,
dass alles in mir vorwärts zieht,
und gleichzeitig packt mich mein Problem am Kragen,
reisst mich zurück, hält mich dort,
wo es «sicher» ist.

Am Anfang
sah ich mein Problem nur verschwommen.
Mit jedem geschriebenen Satz wurde mein Blick schärfer,
und mein Problem in all seinen Facetten sichtbar,
als würde ich den Fokus einer Kamera drehen.

Auf einmal weiss ich, wer mir da gegenübersitzt:
meine Angst.
Eine alte Bekannte,
die mich festhält, wenn ich mich bewege.
Und während ich weiter schreibe,
beginnt sie, ihre Geschichte zu erzählen.
Mit jedem Wort wird klarer:
Sie will mir etwas zeigen.

Ich habe mein Problem nicht fortgeschrieben.
Es sitzt noch da
aber nicht mehr zwischen mir und meinem Weg
Nicht mehr als Hindernis,
sondern als Hinweis:
eine leise Bitte, genauer hinzusehen.

Diese Erkenntnis hilft mir zu begreifen,
was in mir nach Veränderung ruft.
Ich sehe nun klar:
es ist die Angst, die mich festhält.
Noch habe ich keine fertige Antwort,
dafür erste Lösungsideen.
Ob ich wohl den Mut finde,
nicht nur zu verstehen,
sondern wirklich zu handeln?
Lass dich im nächsten Blogbeitrag überraschen.

Während ich erste Lösungen entdecke,
sitzt vielleicht gerade auch ein Problem vor dir.
Wie begegnest du ihm?
Was ist dein Weg, es zu begreifen und aufzulösen?

Worte mögen Gesellschaft

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