Meine Gedanken kreisen.
Und mit ihnen meine Hände, die Sand und Steine in einer Goldpfanne wirbeln.
Ich stehe im Wasser, aber mein Kopf ist ganz woanders.
Gedanken, die schon so lange in mir rumoren.
«Du musst auf Social Media.»
Ich höre es überall.
Von Marketern, Unternehmerinnen und von der Stimme in meinem eigenen Kopf, die sagt:
«Wenn du gesehen werden willst, musst du dich dort zeigen, wo alle sind.»
Und dann, direkt daneben:
Ein inneres Nein.
Nicht trotzig. Einfach klar:
«Das bin nicht ich.»
Doch mit dem Nein kommen die Zweifel:
Was, wenn ich untergehe, weil ich nicht mitspiele?
Was, wenn ich nicht gesehen werde ohne Likes, Follower und Reichweite?
Ich merke, wie sich meine Schultern verkrampfen.
Wie sich meine Zähne aufeinanderpressen.
Und während ich die Goldpfanne weiterkreise,
drehen sich meine Gedanken in mir mit.
Bis plötzlich beides stehen bleibt.
Denn in der Pfanne glitzert etwas.
So klein, dass man es leicht übersehen könnte:
Ein winziges Goldflöckchen.
Ich halte inne und staune.
Mit Gummistiefeln stehe ich im Hunker Creek,
einem Bach nahe der alten Goldgräberstadt Dawson City im Yukon.
Seit über 130 Jahren wird hier nach Gold gesucht.
Und obwohl diese Stelle unzählige Male durchwühlt wurde,
halte ich heute ein Stückchen Gold in den Händen.
Ich muss lachen.
Ich habe eben zum ersten Mal Gold gefunden.
Ohne Social Media. Ohne Reichweite. Ohne Likes. Ohne WLAN.
Nur mit einer mündlichen Empfehlung, wo es sich zu suchen lohnt.
Und während ich meinen Fund bestaune, wird mir etwas klar:
Vielleicht geht es gar nicht darum, dass mich möglichst viele sehen.
Vielleicht reicht es, wenn die richtigen Augen zur richtigen Zeit hinschauen.
Denn obwohl hier schon so viele Menschen gesucht haben,
hat dieses Goldflöckchen auf mich gewartet.
Und vielleicht ist es mit meiner Arbeit genauso:
Sie muss nicht laut sein, um zu wirken.
Sie darf leise glänzen.
Und trotzdem gefunden werden.
Für mich bedeutet das:
Mich dort zu zeigen, wo ich mich echt fühle.
Dort zu glänzen, wo mein Wert gesehen wird.
Nicht von allen, sondern von den richtigen Menschen.
Die Entscheidung, dass es für mich nicht Social Media ist,
fühlt sich nun goldrichtig an.
Und du?
Wo gehst du deinen eigenen Weg, auch wenn alle anderen in eine andere Richtung laufen?

