Kapitel 07: Mein Plan spielt nicht mit

Ein Text über bockende Ideen und gelöschte Sätze.


Der Titel «Wenn Worte bewegen» hängt in meinen Gedanken
und setzt sich als Überschrift in mein Dokument.
Es ist entschieden: Er soll der Titel dieses Beitrags werden.

Auf der darunterliegenden Zeile blinkt der Cursor
und fordert mich auf, zu beginnen.
Und ich – stocke.
So viel gäbe es von den letzten Wochen zu erzählen.
Vor allem darüber, wie ich wieder in Bewegung kam
und meine nächsten Schritte anpackte.

Ich hatte eine klare Vorstellung,
worüber ich heute schreibe.
Das Thema, der Titel – alles bereit.
Und dann: Nichts.
Meine Gedanken springen in alle Richtungen,
lassen sich weder einfangen, noch sortieren.
Sie zu einer Geschichte zu bändigen – unmöglich.
Ich schreibe, lösche, schreibe, lösche.
Nach zwei Tagen bleibt gleich viel wie zuvor:
Der Titel und ein angespannter Kiefer.

Vielleicht kennst du das:
Du hast eine klare Idee, versuchst sie festzuhalten
und sie rinnt dir durch die Finger.

Es ist, als hätte ich mir ein Ziel ausgesucht,
und stehe nun mit einer ungenauen Landkarte da.
Sie gibt die Richtung vor, und ich versuche ihr zu folgen.
Doch irgendwann gestehe ich mir ein: Ich habe mich verirrt.
Die Hoffnung, das Ziel rechtzeitig zu erreichen,
ist längst begraben.
Es geht nur noch darum,
die Orientierung zurückzugewinnen.

Mein Plan für diesen Beitrag war klar: eine Fortsetzung des letzten Textes.
Ich folgte meiner Überzeugung, dort weiterschreiben zu müssen,
wo der vorige Beitrag aufgehört hatte.
Dieser Gedanke feuerte mich an, es weiter zu versuchen.

Eine weitere Woche verstreicht
und in meinem Frust folge ich einem Impuls.
Ich beginne darüber zu schreiben, wo ich jetzt gerade stehe:
Vor dem Problem, dass mein Plan nicht aufgegangen ist.

Und siehe da: Das Niederschreiben von Sätzen,
die aus mir herauspurzeln, bringt meine Orientierung zurück.
Plötzlich ist es leicht, Wörter aneinanderzureihen,
zu erzählen.
Und ehe ich mich versehe,
sitze ich diesem Text gegenüber.

Da begreife ich: Der neue Weg zeigte sich erst,
als ich aufgehört habe, der alten Landkarte zu folgen.
Vielleicht ist das die eigentliche Geschichte.
Dass sich der Prozess nicht erzwingen lässt.
Dass das Leben manchmal eine Abzweigung nimmt,
die man nicht geplant hat.
Und dass genau dort, wenn wir diesem inneren Ruf folgen,
etwas Ehrliches entsteht.

Heute schreibe ich nicht die Fortsetzung, die ich geplant habe.
Ich schreibe die Fortsetzung, die sich gezeigt hat.

Vielleicht ist das auch ein Hinweis für dich:
Wenn dein Plan nicht aufgeht, könnte dort
der Anfang des eigentlichen Weges liegen.

Worte mögen Gesellschaft

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