Kapitel 01: Warum ich anfange, laut zu denken

Muss man den Weg kennen, um ihn zu gehen?

Es ist Sommer. Draussen summt das Leben.
Und ich sitze da, scheinbar untätig.
Aber in mir ist Bewegung.
Denn: Ich gestalte meine neue Selbständigkeit.
Nur sieht man davon nichts.

Gerade während ich an meinem Kaffee nippe und darüber nachdenke,
was ich eigentlich hier mache,
steigt eine Erinnerung in mir hoch.
An Frederick, die Maus aus Leo Lionnis Kinderbuch.
Kennst du die Geschichte?

In der Geschichte sind alle Mäuse dabei,
Körner und Nüsse für den Winter zu sammeln.
Nur eine nicht: Frederick.
Er sitzt mit geschlossenen Augen auf einem Stein,
scheinbar untätig,
das Gesicht der Sonne zugewandt.
Er sammle Sonnenstrahlen, erklärt er auf Nachfrage.
Es folgt ein Wundern. Dann setzt das Treiben seinen Lauf fort.

Im Winter, die Vorräte schon knapp,
kippt die Stimmung.
Und Frederick wird um seine Vorratssammlung gebeten.
So beginnt er zu erzählen:
Von Wärme, von Farben, von Licht.
Von all dem, was die anderen längst vergessen hatten.
Sie hängen an seinen Worten, lauschen still.
Fühlen sich versorgt, getröstet.
Obwohl er ihnen keine Nüsse, keine Körner
geben konnte.

Ich fühle mich gerade wie Frederick:
Von aussen still.
Aber in Gedanken Farben mischend, Wörter sammelnd, Ideen sortierend.

Seit einem halben Jahr bin ich dabei,
meine zweite Selbständigkeit aufzubauen.
Von aussen sieht es aus,
als stünde ich noch immer am selben Punkt.
Wie Frederick auf seinem Stein.

Doch in mir ist Bewegung.
Unsichtbar vielleicht, aber lebendig.
Ich sammele keine Produkte.
Ich sammle Impulse:
Bilder, Erinnerungen, Gedanken, Fragen.
Spuren, die mir den Weg weisen.

Meine Sammlung ist mein Vorratslager.
Und dieser Blog mein Moment,
es zu teilen.
Ich zeige mich mitten im Prozess.
Nicht erst, wenn alles glänzt.

Durch das Erzählen begreife ich,
was in mir reift und wohin ich will.
Ich schreibe nicht, weil ich den Weg kenne.
Ich schreibe, um ihn zu finden.
Indem ich Bilder verknüpfe, Geschichten erzähle, Fragen stelle.
Denn oft zeigen sich Lösungen nicht auf direktem Weg,
sondern zwischen den Zeilen.

Und genau so arbeite ich:
Mit Bildern, Geschichten, Kreativität und Intuition.
Ich folge dem, was sich zeigt,
und finde daraus Lösungen:
Für mich,
und um andere darin zu bestärken,
ihre eigenen zu finden.

Die Geschichte von Frederick erinnert mich:
Nicht alles, was wichtig ist, ist sichtbar.
Kreative, emotionale und innere Arbeit geschieht im Verborgenen.
Aber sie wirkt.
Vielleicht gerade deshalb.

Mit meinen Texten lade ich ein,
nicht immer ein fertiges Resultat liefern zu müssen.
Ich möchte ermutigen, dem eigenen Weg zu vertrauen,
auch wenn er sich erst langsam zeigt.

Vielleicht geben meine Texte Trost.
Oder ein wenig Mut.
Vielleicht inspirieren sie auch dich, loszugehen –
ins Unbekannte.

Worte mögen Gesellschaft

Einladung zum Gedankenaustausch

Hat dich etwas berührt, geärgert oder inspiriert? Ich freue mich über dein Echo – Gedanken, Rückmeldungen, Fragen oder eigene Geschichten. 

Schreib mir gerne an schreib@heldenreich.ch oder über das Kontaktformular.

Übersicht Blog Posts

Hat dir der Text gefallen?
Dann empfiehl ihn gerne weiter und schick ihn auf Wanderschaft.

Post aus dem Heldenreich

Für Newsletter anmelden

Keine Mailflut, kein Werbegewitter – versprochen! Nur dann, wenn ein neuer Blogbeitrag erscheint oder es Neuigkeiten aus dem Heldenreich gibt, flattert ein Gruss in dein Postfach.

Wenn du informiert bleiben möchtest, trag dich im Formular ein oder schick mir eine Mail an schreib@heldenreich.ch. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.