Kapitel 04: Was passiert, wenn wir loslassen?

Warum weniger Festhalten mehr Raum schaffen kann.

Meine Knie bohren sich in die Erde,
während ich an einem besonders hartnäckigen Löwenzahn ziehe.
Mit einem Ruck gibt die Erde nach,
ich ringe um mein Gleichgewicht
und halte triumphierend den Rebellen in den Händen.

Während meine eigene To-do-Liste leise weiterwächst,
knie ich mitten im Kräuterbeet
und rupfe Unkraut für Menschen,
die ich erst seit ein paar Tagen kenne.
Doch dieses Hiersein nährt mich mehr,
als es das Abhaken meiner Liste je könnte.

Bei dieser meditativen Arbeit, fern von meinem Alltag,
kommen meine Gedanken endlich zur Ruhe.
Nichts muss mehr.
Ich beginne, mich zu entspannen.

Auf den Knien, die Herbstsonne im Nacken,
begreife ich: Dieser Löwenzahn kann loslassen.
Und ich? Ich tue mich schwer damit.
Warum nur fällt uns Menschen das Gehenlassen so schwer?
Weil es schmerzt.
Weil es Veränderung, Ungewissheit bringt.
Weil es eine Leere hinterlässt,
die wir vielleicht noch nicht füllen können.

Kennst du das auch, dieses Festhalten,
obwohl du längst spürst, dass es dich blockiert?

Während ich das denke,
wandert mein Blick zum Löwenzahn.
Die Natur kennt sie, die Veränderung.
War dieser Löwenzahn kürzlich noch voller Saft,
so ist seine Kraft nun zurück in den Wurzeln,
bereit fürs Überwintern.
Durch mein Einschreiten endet dieser Prozess
und ein neuer beginnt:
das Verwelken, Zersetzen, Zurückgeben an die Erde.

Das kleine Naturwunder in meiner Hand erinnert mich daran:
Ich bin diejenige, die sich festhält.
Zum Beispiel an Vorstellungen, wie mein Business aussehen sollte.
Seit Monaten drehe ich mich im Kreis,
will losstarten und doch komme ich nicht vorwärts,
eingeschüchtert von der grossen Aufgabe, die vor mir liegt.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Die Sehnsucht, endlich loszulegen,
und gleichzeitig das Stolpern an den eigenen Erwartungen.

Und dann, mit Erde unter den Fingernägeln, kommt mir der Gedanke:
Ich darf gehen lassen. Nicht den Traum,
sondern die starre Vorstellung, wie er aussehen muss.
Ich darf klein anfangen.
Mit dem, was gerade möglich ist.

Da begreife ich, was die Natur längst weiss:
Loslassen bedeutet nicht Ende.
Es bedeutet, Platz für Neues schaffen.

Einen Anfang habe ich bereits gemacht:
Ich zupfe Unkraut,
statt am Schreibtisch krampfhaft Ideen zu brüten.
Ich habe eingesehen, dass ich feststecke
und mich deshalb einer Aufgabe zugewandt,
die scheinbar nichts mit meinem Business zu tun hat.

Für mich ist das eine Form des Loslassens.
Ein Vorankommen, auch wenn es ganz anders aussieht.
Mit den Händen in der Erde statt auf der Tastatur
bekomme ich einen neuen Blickwinkel.
So gedeihen in einer Stunde Jäten mehr Lösungen,
als in den letzten Wochen zusammen.

Und vielleicht geht es dir ähnlich:
Manchmal braucht es keinen ausgefeilten Plan,
sondern den Mut, loszulassen
und den ersten kleinen Schritt zu gehen.

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